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Kapitel 5
Der Menschenzahn von Lanzarote
Die Entdeckung des sogenannten Menschenzahns von Lanzarote stellt einen der bislang unerwartetsten und zugleich potenziell folgenreichsten Befunde des Kanaren-Pyramiden-Projekts dar. Er entstand nicht im Rahmen einer klassischen Ausgrabung, sondern im Zuge der Vorbereitungen zur ABORA V-Mission, als Dr. Dominique Görlitz und Ramon Zürcher im Jahr 2023 Forschungsreisen auf die östlichen Kanarischen Inseln unternahmen. Zürcher ist seitdem Geschäftsführer der A.A.S. (Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI) und führt das Lebenswerk von Erich von Däniken (1935-2026) fort, der diese Institution einst begründete.
Der konkrete Anlass für die Reise nach Lanzarote war ein Hinweis des Geomorphologen Prof. Dr. Ludwig Zöller (ehemals Universität Bamberg). Zöller hatte im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts zur stratigraphischen Gliederung der östlichen Kanaren in einer Kiesgrube bei Guatiza mehrere Ziegenknochen entdeckt. Die in Deutschland durchgeführten Datierungen ergaben ein Alter von etwa 3.400 bis 3.200 v. Chr., ein Ergebnis, das zusätzlich durch TL-Datierungen (Thermolumineszenzdatierungen) der lösshaltigen Sedimente abgesichert wurde.
Dieser Befund stand in klarem Widerspruch zur gängigen Lehrmeinung, nach der die Kanaren frühestens um 1.000 v. Chr. erstmals von Menschen besiedelt worden seien. Die Anwesenheit domestizierter Ziegen am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. Impliziert jedoch menschliche Präsenz – und damit eine wesentlich frühere Erschließung des Archipels.
Dieses Bild zeigt die von Zöller entdeckten Ziegenknochen auf Lanzarote. Die domestizierten Tiere wurden auf etwa 3.300 v. Chr. datiert. Sie markieren somit den Beginn der ältesten Besiedlung der Kanaren. Die kanarischen Archäologen akzeptieren diesen Befund leider nicht. Unser Zahn könnte da vielleicht helfen?
Zöller empfahl Görlitz daher ausdrücklich, den Fundort erneut aufzusuchen und gezielt nach weiteren Knochen zu suchen. Er wies ihn anhand von Originalfotografien persönlich in die stratigraphische Situation ein. Diese Informationen gab Görlitz vor Ort an Ramon Zürcher weiter, während er selbst für ein mitgereistes Filmteam ein Interview gab.
Zürcher entdeckte daraufhin exakt im gleichen Fundhorizont, in dem die Ziegenknochen gelegen hatten, einen einzelnen Zahn. Zunächst hielt er ihn für einen weiteren Ziegenfund. Görlitz erkannte jedoch sofort, dass es sich nicht um einen Ziegenzahn, sondern um einen menschlichen Backenzahn handelte. Diese Einschätzung wurde später durch zwei unabhängige Gutachten deutscher Zahnärzte bestätigt.
Der Fund ist bislang noch nicht wissenschaftlich ausgewertet. Seit 2023 warten Görlitz und Zürcher auf die offizielle Freigabe durch den zuständigen Chefarchäologen der östlichen Kanaren, Prof. Pablo Atoche. Parallel dazu besteht eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Chefarchäologin der Kanaren, Prof. Carmen del Arco, sodass begründete Hoffnung besteht, den Zahn ab 2026 für weiterführende C14-Datierungen und humangenetische Analysen freigegeben zu bekommen.
Sollte sich das vermutete Alter bestätigen, hätte dies weitreichende Konsequenzen. Die zentrale Frage der Kanaren-Archäologie – wann erreichten die ersten Menschen diesen äußersten Außenposten der Alten Welt? – müsste grundlegend neu beantwortet werden. Ein neolithisches oder frühbronzezeitliches Datum würde belegen, dass bereits deutlich früher als bislang angenommen hochseetüchtige Seefahrer den Atlantik erschlossen hatten.
Diese Erkenntnisse bilden einen wesentlichen Teil des wissenschaftlichen Fundaments der ABORA V-Mission. Sie legen nahe, dass transatlantische Navigation nicht erst ein Phänomen der Antike oder Neuzeit war, sondern bereits in prähistorischer Zeit möglich gewesen sein könnte.
Vor diesem Hintergrund startet ab 2026 ein weiteres internationales Forschungsprojekt in Kooperation mit zwei Universitäten auf Kuba. Die OSL-Spezialisten des ABORA-Teams werden dort Felsbilder in ausgewählten Höhlen datieren, deren ikonographische Merkmale auffällige transatlantische Parallelen aufweisen. Diese Bilder könnten als kulturelle Marker eines frühen maritimen Austauschs dienen – und damit ein weiteres Mosaiksteinchen im Verständnis der frühesten globalen Seefahrt liefern.




