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Die DILMUN-Schilfboote
Allgemeines – Anfänge und Zielsetzung einer frühen Forschungsreihe
Der Name DILMUN wurde zum Namensgeber der ersten größeren Schilfbootexperimente von Dominique Görlitz. Dilmun ist der altsumerische Name für die Insel Bahrain im Persischen Golf. In den Legenden der Sumerer galt Dilmun als besonderer Ort und als Sitz der Gottheit Enki – Schutzpatron der Seefahrer sowie Gott der Weisheit und der Wissenschaft.
Damit steht DILMUN sinnbildlich für das, was diese frühen Projekte auszeichnet: die Verbindung von alter Überlieferung, experimenteller Forschung und maritimer Praxis. Im Kielwasser der großen Schilfboot-Expeditionen von Thor Heyerdahl – insbesondere RA und TIGRIS – sollten die DILMUN-Schiffe zunächst im kleineren Maßstab grundlegende Fragen zum Schilfbootbau klären.
Die DILMUN-Reihe bildet damit das experimentelle Fundament, auf dem später die ABORA-Expeditionen aufbauen konnten.
Erste Boot(e)
Vorexperimente an der Nesse (Vorgeschichte)
Noch bevor die eigentliche DILMUN-Reihe begann, entstanden erste Schilfboot- und Floßexperimente an dem kleinen Flüsschen Nesse bei Hochheim und Bufleben. Noch in seiner Schulzeit baute Dominique Görlitz zunächst allein und später gemeinsam mit Klassenkameraden einfache Schilfflöße, um die Materialeigenschaften und die Schwimmfähigkeit praktisch zu erproben.
Das letzte dieser frühen Fahrzeuge erreichte 1983 bereits eine Länge von rund sechs Metern und schwamm auf einem kleinen Teich fast vier Monate, bevor dieser austrocknete und das Floß auf Grund ging. Entscheidend war dabei: Das Floß sank nur langsam und verlor seine Schwimmfähigkeit erst durch Austrocknung.
Für den jungen Forscher war dies ein Schlüsselerlebnis. Das Experiment bestätigte, dass die Grundannahmen von Thor Heyerdahl zur Hochseetauglichkeit von Schilfbooten nicht abwegig sein mussten. Diese Erfahrungen trugen wesentlich dazu bei, dass Dominique Görlitz später Biologie (und im Nebenfach Archäologie) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studierte und dort ein wachsendes Netzwerk von Unterstützern aufbaute – aus dem schließlich die ersten DILMUN-Schiffe hervorgingen. Zu dieser frühen Gemeinschaft gehörte auch Cornelia Lorenz, seine spätere Lebensgefährtin, die ihn seitdem in allen späteren Forschungs- und Expeditionsprojekten begleitet.