Abschied von Erich von Däniken Mit dem Tod von Erich von Däniken (EvD) verliere ich nicht nur einen Weggefährten, sondern einen Freund, mit dem mich eine mehr als 35-jährige persönliche und geistige Verbundenheit teilte. Für mich war EvD – neben Thor Heyerdahl und Jacques Cousteau – einer der großen Wissenschaftshelden meiner Jugend. Sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ weckte früh mein Interesse an alten Kulturen und ihren ungelösten Rätseln. Aufgewachsen in der DDR eröffnete mir seine Arbeit einen Blick über die damals kaum erreichbaren Horizonte hinaus: nach Ägypten, ins Reich der Inka oder zu den Geheimnissen von Nan Madol im Pazifik. Seine Bücher waren für mich Fenster in eine größere Welt. Während ich nur wenige Jahre später mit meinem zweiten großen Idol, Thor Heyerdahl, in persönlichen Kontakt kam, lernte ich Erich bereits 1992 auf einem Vortrag in Thüringen kennen. Unsere erste Begegnung in Weimar ist mir bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben: Vor einem mit über 500 Menschen gefüllten Hörsaal lieferten wir uns eine leidenschaftliche, mitunter lautstarke Debatte über die Ursprünge unserer Zivilisation. Über extraterrestrische Einflüsse bei den alten Ägyptern oder Sumerern wurden wir uns nie einig. Und doch verband uns von Beginn an gegenseitiger Respekt und die Anerkennung der jeweils geleisteten Forschungsarbeit – eine Haltung, die uns bis in seine letzten Jahre begleitete. In diesem Geist luden wir uns regelmäßig gegenseitig als Redner zu ABORA- und A.A.S.-Kongressen ein. Uns einte das gemeinsame Bemühen, die Rätsel des Altertums erkenntnisoffen, interdisziplinär und jenseits ideologischer Scheuklappen zu beleuchten. Ich zolle Erich von Däniken meinen tiefsten Respekt vor seinem Lebenswerk. Er hat sich immer wieder neu erfunden, Kritik aufgegriffen und versucht, sie in größere Zusammenhänge einzuordnen. Wissenschaftler, die ihn für seine Grundannahmen kritisierten oder gar diffamierten, sollten sich an seinem lebenslangen Engagement, seinem Mut und seinem Entdeckergeist ein Beispiel nehmen. Ich kenne kaum jemanden, der sich so intensiv, so beharrlich und so interdisziplinär für seine Thesen eingesetzt hat. Ja – Erich ist, wie auch Thor Heyerdahl und viele andere große Denker, gelegentlich über das Ziel hinausgeschossen. Doch das schmälert sein Werk nicht. Im Gegenteil: Es gehört zum Wesen von Pionieren, Grenzen zu überschreiten. Mit EvD verlieren wir einen der letzten großen Grenzgänger des 20. Jahrhunderts. Er wird in seinen Büchern, Filmen und nicht zuletzt in den Erinnerungen seiner Freunde weiterleben. Ich bin überzeugt, dass der Tag kommen wird, an dem sich seine Vision eines ersten Kontakts mit außerirdischer Intelligenz erfüllen könnte. Wir sind im Universum nicht allein. Unser lieber Erich ist nun – sinnbildlich – zu den Göttern aufgestiegen. Möge er in unseren Gedanken und in unserer eigenen Forschung lebendig bleiben.
Erich und mich verbanden eine mehr als 30jährige Freundschaft im Geiste der Transdisziplinarität und Suche nach unseren kulturellen Ursprüngen.

Auf diesem Wege überwanden wir gemeinsam so manche „Denkbarriere“ und waren auch immer offen für gemeinsame Scherze und Sticheleien. So auch in meinem Cheopsprojekt, in dem es um die irdische Nutzung von Schmiedeeisen zum Bau der Pyramiden ging. Darüber haben wir gemeinsam so manche Götterschlacht auf der Erde geführt, vielfach zur Erheiterung unserer Gäste und Forscherfreunde.

In seinem Heimatort Beatenberg nahe Interlaken in der Schweiz trafen wir uns regelmäßig zu Arbeitstreffen, um gemeinsame Projekte oder Kongressauftritte zu besprechen. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2023.

Ich bin zutiefst von der Offenheit Erichs begeistert gewesen, da er sich in seinen letzten Lebensjahren sehr gewandelt hat. Er maß der Rolle der frühen Seefahrt und des maritimen Kulturaustausches immer mehr eine größere Bedeutung bei. In Interviews oder gemeinsamen Präsentation unterstrich er, dass auch vorzeitliche Seefahrer einen großen Beitrag bei der Ausbreitung kultureller Errungenschaften leisteten.

Sein Nachfolger und neuer Geschäftsführer der A.A.S. – Ramon Zürcher – wird nun sein Werk fortsetzen. Deshalb hat Erich schon seit Jahren Ramon für ABORA-Projekte freigestellt und ihn für die Vorbereitung neuer Forschungen mit mir gefördert. Auch dafür zolle ich EvD meinen Respekt und tiefe Dankbarkeit.