Meine Reise nach Marokko war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Der Auftakt an der Mohammed V Universität in Rabat mit einem gemeinsamen Symposium und intensiven Fachgesprächen markierte einen wichtigen Meilenstein für unser transdisziplinäres Forschungsprojekt. Die offene, konstruktive Atmosphäre und die große Bereitschaft zur Zusammenarbeit haben mich tief beeindruckt.

Besonders bereichernd waren die weiterführenden Gespräche mit Archäologen, Pharmakologen und Botanikern, die neue Perspektiven eröffneten – unter anderem zu möglichen präkolumbischen Tabakspuren in der Rif-Region. Solche interdisziplinären Ansätze zeigen, wie viel Potenzial in einer vernetzten Forschung liegt.

Auch die Besichtigungen historischer Stätten wie Lixus und die Eindrücke im Museum von Rabat haben deutlich gemacht, welch zentrale Rolle Marokko einst im maritimen Fernhandel gespielt haben könnte. Hinweise auf weitreichende Handelskontakte – transmediterran und möglicherweise sogar transatlantisch – verdichten sich zunehmend.

Marokko erscheint mehr denn je als kultureller Korridor zwischen Welten – ein Raum, der in zukünftigen Forschungen noch stärker in den Fokus rücken sollte. Ich blicke dankbar auf intensive Tage voller Inspiration zurück – und freue mich bereits auf die Fortsetzung dieser spannenden Zusammenarbeit.

Alle an der Konferenz beteiligten Wissenschaftler an der Faculté des Lettres et des Sciences Humaines an der Mohammed V University in Rabat. Dort begründete Dominique eine neue Forschungskooperation mit mehreren marokkanischen Wissenschaftlern.

Der Dekan Prof. Zakaria Boudhim (rechts) überreichte mit Prof. Said Bennis (links) an Dominique die Ehrenurkunde für die erfolgreiche Konferenz an der Universität. Said entwickelte aus der ABORA- Präsentation über die mögliche Existenz von prä-kolumbischen Tabak in Marokko den neuen Begriff „Marokkologie“. Ziel dieses Feldes ist die Strukturierung eines der Ägyptologie ähnlichen Forschungsbereichs, der sich aber auf das marokkanische Genie und die territorialen Besonderheiten konzentriert (Sprachen, Anthropologie, Identität, Mensch, Geschichte, Zivilisation … ).

 

Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung von Lixus nahe der heutigen Stadt Larache. Obwohl eine Überprüfung der megalithischen Mauern nahe des Hafens wegen der Überschwemmungen unmöglich war, sind die ältesten Hinterlassenschaften der Phönizier beeindruckend. Diese Mauern stammen aus dem späten 2. Jts. v. Chr.

Das Highlight war die Entdeckung eines bisher unbekannten Curt Rut-Feldes nördlich von Essaouira. Diese Struktur hat extreme Ähnlichkeiten mit ähnlichen Wagenspur-Feldern im gesamten Mittelmeerraum als auch auf den Kanaren und Azoren. Alles nur Zufall oder haben diese Völker doch viel früher als bekannt über den Atlantischen Ozean miteinander kommuniziert?

 

Es bleibt Aufgabe künftiger Forschungsreisen herauszufinden, wohin diese Wagenspuren führen. Gleiches gilt für die Megalithstrukturen in Larache und Safi. Vieles wird die Feldforschung in den kommenden Monaten noch ans Tageslicht bringen. Die nächste Forschungsreise nach Marokko ist schon in Planung!